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Wärmestrom und Wärmedurchgang online berechnen

Elektronik & PhysikStand Noch keine Bewertung

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Bauteil
m²
K
m
W/mK
Tage
EUR/kWh

Berechnete Werte

U-Wert2.1277W/m²K
Wärmestrom851.08 W
Jahreswärmeverlust3676.7 kWh
Jahreskosten441.2
Gesamtwärmewiderstand0.47 m²K/W
EinordnungSchlechte Dämmung – dringend sanieren

Wandquerschnitt (schematisch)

Mehrschichtige Wand mit W\u00e4rmestrom von warm nach kalt.

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Kurzantwort

Der U-Wert ist der Kehrwert des gesamten Wärmedurchgangswiderstands.

Wärmestrom und Wärmeverlust durch Bauteile berechnen: U-Wert, Wärmedurchgang

Kilian AchatzGründer & Fachredakteur
Geprüft: Review-Team Rechner-Portal (Apr. 2026)Veröffentlicht: Stand:

Überblick

Was ist der Wärmeleitung-Rechner?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

U-Wert, Wärmestrom und jährlichen Wärmeverlust eines einfachen Bauteils überschlägst du mit dem Wärmeleitung-Rechner schnell und übersichtlich. Das ist nützlich für Sanierung, Gebäudevergleich, Unterricht oder technische Vorbewertung, wenn du verstehen willst, wie stark Fläche, Dicke, Material und Temperaturdifferenz die laufenden Verluste und damit auch die Energiekosten beeinflussen.

Dabei lohnt es sich, drei Begriffe auseinanderzuhalten: Die Wärmeleitung beschreibt den Wärmetransport innerhalb eines Materials, der Wärmestrom Q̇ ist die pro Zeit durch das Bauteil fließende Leistung in Watt, und der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) fasst zusammen, wie viel Wärme ein gesamtes Bauteil pro Quadratmeter und Kelvin durchlässt.

Die zugehörigen Berechnungsnormen regelt unter anderem die DIN. Der Rechner verbindet diese Größen und macht so den Sprung von der Schulphysik zur praktischen Dämmung und Heizkostenabschätzung.

Anders als eine reine λ-Rechnung berücksichtigt er dabei die Wärmeübergangswiderstände an beiden Oberflächen und wählt sie nach dem Bauteiltyp: Für Außenwand und Boden setzt er zusammen 0,17 m²K/W an, für das Dach 0,14 m²K/W.

Bei der 24 Zentimeter dicken Beispielwand mit λ = 0,8 trennt das einen Gesamtwiderstand von 0,47 von einem von 0,44 m²K/W, also einen U-Wert von 2,13 von einem von 2,27 W/(m²·K). Der Sprung wirkt klein, verschiebt den Wärmestrom aber um rund 58 Watt.

Die Regel dahinter ist nützlich: Bei schlecht gedämmten Bauteilen fällt der Übergangswiderstand kaum ins Gewicht, weil das Material selbst so wenig bremst — bei gut gedämmten Aufbauten macht er einen spürbaren Anteil am Gesamtwiderstand aus. Wärmefluss durch eine Wand: ungedämmt U 2,13 vs. gedämmt U 0,28 – 87 Prozent weniger Verlust

Eingaben

So nutzt du den Rechner

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Zuerst wählst du den Bauteiltyp: Außenwand, Dach oder Boden. Er steuert nicht die Geometrie, sondern allein die angesetzten Wärmeübergangswiderstände an Innen- und Außenoberfläche.

Außenwand und Boden führen dabei auf denselben Gesamtwert, das Dach wird mit einem geringeren Übergangswiderstand gerechnet und liefert deshalb bei sonst identischem Aufbau einen etwas höheren U-Wert.

Ergänzend trägst du die Heizperiode in Tagen ein; der Vorgabewert von 180 Tagen entspricht einer typischen deutschen Heizsaison und skaliert den Jahresverlust linear — wer mit 200 Tagen rechnet, erhält rund elf Prozent mehr Verlust.

Du gibst die Bauteilfläche A in Quadratmetern, die Temperaturdifferenz ΔT zwischen innen und außen, die Schichtdicke d, die Wärmeleitfähigkeit λ des Materials und einen Energiepreis ein.

Die Fläche und die Dicke liest du aus Bauzeichnung oder Aufmaß, die Wärmeleitfähigkeit aus einer Materialtabelle oder dem Datenblatt des Dämmstoffs und die Temperaturdifferenz aus dem typischen Innen-Außen-Fall deiner Heizperiode.

Achte besonders darauf, die Schichtdicke in Metern einzugeben: Eine 24-Zentimeter-Wand wird als d = 0,24 m eingetragen, nicht als 24.

Aus diesen Angaben bestimmt der Rechner den U-Wert, den Wärmestrom Q̇ und über den Energiepreis den jährlichen Wärmeverlust in Kilowattstunden und Euro.

Berechnung

So funktioniert die Berechnung

Siehe Formeln und Rechenschritte.

Verwendete Formeln

R = d / lambda

U = 1 / Sum(R)

Q_dot = U * A * Delta T

Formeltafel zum Wärmedurchgang: Widerstand aus Übergangswiderständen und Schichtdicke durch Leitfähigkeit, U-Wert und Wärmestrom.
U-Wert-Berechnung nach DIN EN ISO 6946 mit Übergangswiderständen und Wärmestrom durch das Bauteil.

Nachschlagen

Wärmeleitfähigkeit λ nach Baustoff (relevant für U-Wert-Berechnung)

Die Wärmeleitfähigkeit λ beschreibt, wie viel Wärme pro Sekunde durch 1 m² bei 1 m Schichtdicke und 1 K Temperaturdifferenz fließt. Niedrige λ-Werte bedeuten gute Dämmung.

Wärmeleitfähigkeits-Tabelle: Baustoff, λ in W pro m und K sowie Dämmqualität nach DIN 4108-4
Baustoffλ (W/(m·K))Dämmqualität
Luft (stehend, 10 °C)0,025Referenz (beste natürliche Dämmung)
Aerogel-Dämmplatte0,015Sehr gut (Superdämmstoff)
Vakuumdämmplatte (VIP)0,007Hervorragend (beste künstliche Dämmung)
Polyurethan-Hartschaum (PUR)0,025–0,030Sehr gut
Expandiertes Polystyrol (EPS)0,031–0,040Sehr gut
Extrudiertes Polystyrol (XPS)0,030–0,040Sehr gut
Mineralwolle (Glaswolle)0,032–0,045Gut
Mineralwolle (Steinwolle)0,035–0,050Gut
Holzfaserdämmplatte0,038–0,060Gut (baubiologisch)
Zellulose-Einblasdämmung0,040–0,045Gut (Recyclingmaterial)
Holz (Fichte/Tanne)0,13Mäßig
Holz (Buche/Eiche)0,20Mäßig
Holzspanplatte0,13Mäßig
Kalksandstein0,56–1,40Schlecht als Dämmung
Mauerziegel (normal)0,50–0,96Schlecht als Dämmung
Hochlochziegel (Dämmziegel)0,08–0,18Ausreichend
Porenbeton (Ytong)0,09–0,21Ausreichend
Leichtbeton0,40–1,20Schlecht
Normalbeton1,80–2,10Sehr schlecht
Stahlbeton2,10–2,30Sehr schlecht (Wärmebrücke)
Gips (Putz)0,35Schlecht
Gipskartonplatte0,25Schlecht
Glas (Fensterglas)0,76Schlecht
Stahl (Baustahl)50Wärmeleiter
Aluminium160–220Starker Wärmeleiter
Kupfer380–400Starker Wärmeleiter

Bemessungswerte λ bei 10 °C mittlerer Temperatur. U-Wert: U = 1 / (Rsi + Σd/λ + Rse). Quelle: DIN 4108-4:2017, DIN EN ISO 10456.

Expertenmodus

Häufige Fragen zu Wärmeleitung-Rechner

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Wie berechnet man den Wärmestrom durch eine Wand oder ein Bauteil?

Den Wärmestrom berechnet man mit Q̇ = U · A · ΔT, also U-Wert mal Bauteilfläche mal Temperaturdifferenz, oder bei einer homogenen Schicht direkt mit Q̇ = λ · A · ΔT / d. Das Ergebnis ist die pro Zeit übertragene Leistung in Watt.

Ein Beispiel: Eine 20 Quadratmeter große Wand mit U = 2,27 W/(m²·K) und ΔT = 20 K führt zu einem Wärmestrom von rund 908 Watt. Über das Jahr gerechnet ergibt das bei durchgehender Heizperiode mehrere tausend Kilowattstunden Verlust.

Der Rechner ermittelt aus Fläche, Schichtdicke, Wärmeleitfähigkeit und Temperaturdifferenz zunächst den U-Wert und daraus den Wärmestrom, sodass du nur die bekannten Bauteilwerte eintragen musst und das Ergebnis sofort in Watt erhältst.

Typisch ist der Einsatz bei der Dämmplanung: Dieselbe Wand mit einem verbesserten U-Wert von 0,20 W/(m²·K) durch 15 Zentimeter Außendämmung verliert nur noch 80 Watt statt 908 Watt — eine Senkung des Wärmeverlusts um über 90 Prozent.

Was ist der Unterschied zwischen Wärmeleitung, Wärmestrom und U-Wert?

Wärmeleitung, Wärmestrom und U-Wert beschreiben verwandte, aber unterschiedliche Größen. Die Wärmeleitfähigkeit λ ist eine reine Materialeigenschaft in W/(m·K) und sagt, wie gut ein Stoff Wärme transportiert.

Der Wärmestrom Q̇ ist die tatsächlich pro Zeit durch ein konkretes Bauteil fließende Leistung in Watt und hängt von Fläche, Dicke und Temperaturdifferenz ab.

Der U-Wert oder Wärmedurchgangskoeffizient in W/(m²·K) fasst den gesamten Bauteilaufbau samt innerem und äußerem Übergangswiderstand zusammen und gibt den Verlust je Quadratmeter und Kelvin an.

Zwei Wände mit gleicher Wärmeleitfähigkeit können daher sehr verschiedene U-Werte haben, wenn ihre Dicke oder ihr Schichtaufbau abweicht. Der Rechner verbindet alle drei Größen in einer Berechnung.

Für eine 30 Zentimeter dicke Betonwand ergibt sich ein Schichtwiderstand von 0,143 m²·K/W und damit ein U-Wert von etwa 5,7 W/(m²·K) — mehr als zwanzigmal schlechter als ein zeitgemäß gedämmtes Außenbauteil.

Gibst du im Rechner Wärmeleitfähigkeit, Schichtdicke und Fläche ein, berechnet er alle drei Größen und macht den Unterschied zwischen Leitwert, Strom und Koeffizient unmittelbar sichtbar.

Welche Einheit hat der Wärmestrom und welche der U-Wert?

Der Wärmestrom Q̇ hat die Einheit Watt, also Joule pro Sekunde, denn er beschreibt eine pro Zeit übertragene Energiemenge. Genau genommen ist Q̇ = ΔQ / Δt, also die Wärmemenge geteilt durch die Zeit.

Der U-Wert beziehungsweise Wärmedurchgangskoeffizient hat dagegen die Einheit Watt pro Quadratmeter und Kelvin, geschrieben W/(m²·K), und gibt den Verlust pro Flächeneinheit und Grad Temperaturunterschied an.

Der Gesamtwärmewiderstand, aus dem der U-Wert als Kehrwert folgt, hat die Einheit m²·K/W. Diese Einheiten ergeben sich zwangsläufig aus der Formel Q̇ = U · A · ΔT, in der Quadratmeter und Kelvin sich herauskürzen und Watt übrig bleibt.

Der Rechner gibt jede Größe mit ihrer passenden Einheit aus. Ein GModG-konformes Außenwandbauteil (vormals GEG) hat zum Beispiel einen U-Wert von maximal 0,24 W/(m²·K); das entspricht einem Gesamtwärmedurchgangswiderstand von mindestens 4,17 m²·K/W.

Eine 30-Quadratmeter-Außenwand mit ΔT = 15 K verliert bei diesem U-Wert gerade noch 108 Watt — das sind pro 10 m² Wandfläche nur 36 Watt, weniger als eine Haushalts-Glühlampe.

Wie hoch ist die Wärmeleitfähigkeit von Kupfer, Metallen und Baustoffen?

Die Wärmeleitfähigkeit λ unterscheidet sich zwischen Metallen und Dämmstoffen um mehrere Größenordnungen. Kupfer liegt bei rund 400 W/(m·K), Aluminium bei etwa 235 und Stahl bei circa 50 W/(m·K).

Typische Baustoffe leiten deutlich schlechter: Beton etwa 2,1, Glas und Ziegel rund 0,8, Holz circa 0,13 W/(m·K). Dämmstoffe wie Mineralwolle erreichen nur noch etwa 0,035 W/(m·K) und bremsen den Wärmetransport damit fast vollständig.

Kupfer leitet Wärme also rund zehntausendmal besser als Mineralwolle. Für den U-Wert eines Bauteils gilt deshalb: Kleine λ-Werte stehen für gute Dämmung, große λ-Werte für starke Wärmeleitung.

Trage im Rechner immer den Stoffwert deines konkreten Materials ein, da er U-Wert und Wärmestrom direkt bestimmt.

Hochleistungsdämmstoffe wie Polyisocyanurat (PIR) liegen sogar bei λ = 0,022 W/(m·K) und ermöglichen damit bei gleicher U-Wert-Anforderung eine um rund 37 Prozent dünnere Schicht als Mineralwolle.

Gib im Rechner einfach den geänderten λ-Wert ein, um den Einfluss verschiedener Dämmstoffe auf Schichtdicke und Wärmestrom zu vergleichen.

Wie berechnet man den Wärmedurchgang und den Wärmedurchgangskoeffizienten?

Der Wärmedurchgangskoeffizient, also der U-Wert, wird als Kehrwert des gesamten Wärmedurchgangswiderstands berechnet: U = 1 / R_ges.

Der Gesamtwiderstand setzt sich aus dem inneren Übergangswiderstand, den Schichtwiderständen R = d / λ jeder Materialschicht und dem äußeren Übergangswiderstand zusammen. Aus dem U-Wert folgt der Wärmedurchgang über Q̇ = U · A · ΔT.

Ein Beispiel: Eine 24 Zentimeter dicke Wand mit λ = 0,8 W/(m·K) ergibt einen U-Wert von rund 2,27 W/(m²·K), eine sehr schwache Dämmung. Mit zusätzlichen 10 Zentimetern Dämmstoff bei λ = 0,032 sinkt der U-Wert auf etwa 0,28 W/(m²·K).

Der Rechner übernimmt diese Widerstandsaddition, sodass du nur Dicke, Wärmeleitfähigkeit und Fläche eingeben musst. Zum Vergleich: Für einen energieeffizienten Neubau werden Außenwände typischerweise mit U-Werten unter 0,24 W/(m²·K) ausgeführt.

Die gedämmte Beispielwand mit 0,28 W/(m²·K) liegt noch knapp darüber; 12 Zentimeter Dämmdicke erreichen mit U ≈ 0,24 W/(m²·K) bereits diesen Zielwert. Mit dem Rechner lassen sich solche Grenzfälle sekundengenau durchspielen.

Warum muss ich die Schichtdicke in Metern statt in Zentimetern eingeben?

Die Schichtdicke muss in Metern eingegeben werden, weil die Wärmeleitfähigkeit λ in Watt pro Meter und Kelvin angegeben wird und die Einheiten zueinander passen müssen. Im Wärmewiderstand R = d / λ steht die Dicke d im Zähler in Metern.

Setzt du versehentlich Zentimeter ein, ist der Wert hundertfach zu groß, was den Wärmewiderstand stark überschätzt und den U-Wert sowie den Wärmestrom entsprechend verfälscht. Eine 24 Zentimeter dicke Wand trägst du also als 0,24 ein, nicht als 24.

Dieser Umrechnungsfehler gehört zu den häufigsten Ursachen für unplausible Ergebnisse. Prüfe deshalb vor jeder Berechnung, dass alle Längen konsequent in Metern stehen, dann liefert der Rechner einen belastbaren U-Wert und Wärmestrom.

Gängige Richtwerte in Metern: 10 cm Außendämmung entsprechen 0,10 m, 30 cm Massivziegel 0,30 m und 2 cm Putzschicht 0,02 m.

Wer alle Schichten eines Wandaufbaus einzeln eingibt und addiert, erhält so den Gesamtwiderstand und damit einen realistischen U-Wert für das komplette Bauteilpaket.

Warum stimmen berechnete Wärmeverluste und echte Heizkosten nicht immer überein?

Berechnete Wärmeverluste und echte Heizkosten weichen oft voneinander ab, weil der Rechner eine stationäre, eindimensionale Wärmeleitung mit konstanter Temperaturdifferenz betrachtet.

Reale Heizkosten hängen zusätzlich von Nutzungsprofil, Lüftung, Anlagenwirkungsgrad, Wetterverlauf, Feuchte und Sonneneinstrahlung ab.

Auch Wärmebrücken an Fensteranschlüssen, Ecken und Randzonen erhöhen den tatsächlichen Verlust gegenüber der idealen Wandmitte.

Der Jahreswärmeverlust des Rechners unterstellt zudem eine durchgehende Temperaturdifferenz, während die reale Heizperiode schwankt.

Das Ergebnis ist deshalb eine gute Vorabschätzung und Vergleichsgröße für verschiedene Dämmvarianten, ersetzt aber keine vollständige Heizlast- oder Jahresenergiebilanz.

Für verbindliche Aussagen zu Heizkosten, Förderung oder Normnachweisen solltest du eine detaillierte bauphysikalische Berechnung oder eine Fachplanung hinzuziehen.

Nutze den Wert vor allem, um die Größenordnung der Verluste zu verstehen und Dämmmaßnahmen gegeneinander abzuwägen.

In der Praxis schwankt die mittlere Temperaturdifferenz in Deutschland etwa zwischen 5 K im Frühjahr und 20 K im tiefsten Winter; der Jahreswärmeverlust weicht daher leicht von einer Hochrechnung mit konstantem ΔT ab.

Wann machen Feuchte oder Wärmebrücken den Rechenwert zu optimistisch?

Feuchte und Wärmebrücken machen den Rechenwert zu optimistisch, sobald Anschlüsse, Randzonen, durchfeuchtete Materialien oder Luftbewegung stark mitwirken.

Der Rechner betrachtet eine ideale, eindimensionale und trockene Schicht, doch feuchtes Mauerwerk leitet Wärme deutlich besser, sodass der reale Wärmestrom über dem berechneten liegt.

Wärmebrücken an Balkonplatten, Fensterlaibungen, Deckenanschlüssen oder Gebäudeecken bündeln zusätzlich Wärme und erhöhen den lokalen Verlust spürbar.

Auch Luftspalte und Konvektion in mehrschichtigen Aufbauten sind im Einschicht-Modell nicht enthalten. Der ausgegebene U-Wert ist deshalb als günstigster Fall zu lesen.

Bei drohendem Schimmel, bei Sanierungsentscheidungen oder bei Normnachweisen solltest du Feuchteschutz und Wärmebrücken gesondert bewerten und den Überschlagswert durch eine vollständige bauphysikalische Betrachtung absichern.

Typische Wärmebrückenzuschläge liegen laut DIN 4108-2 bei 0,05 bis 0,10 W/(m²·K) auf den mittleren U-Wert eines Gebäudes. Vollständig durchfeuchtetes Mauerwerk kann eine bis zu doppelt so hohe Wärmeleitfähigkeit aufweisen wie der Trockenwert.

Diesen erhöhten Verlust kann der Rechner mit dem trockenen λ-Wert allein nicht abbilden.

Hinweise

Was muss ich bei der Nutzung beachten?

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Das bedeutet in der Praxis: Schon kleine Verbesserungen bei Dämmung oder Dicke können den laufenden Wärmestrom spürbar senken, vor allem bei großen Flächen und langen Heizperioden. Für die Interpretation ist deshalb der Vergleich verschiedener Varianten meist wertvoller als der Einzelwert allein.

Wenn das Ergebnis drastisch wirkt, solltest du als Nächstes prüfen, ob dein Bauteil tatsächlich nur aus einer homogenen Schicht besteht oder ob weitere Schichten, Wärmebrücken und reale Betriebszeiten das Bild verändern.

Für Bau und Dämmung ist der Wärmedurchgangskoeffizient, also der U-Wert, die entscheidende Kennzahl: Er gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter Bauteilfläche und Kelvin Temperaturunterschied verloren geht.

Beim Wärmedurchgang durch eine Wand zählt nicht nur das Material, sondern der komplette Aufbau aus Innenputz, Mauerwerk, Dämmung und Außenputz samt der inneren und äußeren Übergangswiderstände.

Eine ungedämmte Massivwand erreicht oft U-Werte über 1,5 W/m²K, eine gut gedämmte Außenwand dagegen Werte um 0,2 W/m²K oder darunter.

Wer den U-Wert halbiert, halbiert näherungsweise auch Wärmestrom und Heizkosten dieses Bauteils, weshalb der Rechner gut für eine erste Sanierungs- und Dämmungsabschätzung taugt.

Die Referenzwerte für Wärmeleitfähigkeiten verschiedener Baustoffe dokumentiert auch das NIST in seinen Materialdatenbanken.

Anwendung

Wie setze ich die Berechnung in der Praxis ein?

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Klaus hat eine ungedämmte Außenwand aus Klinkermauerwerk (24 cm dick, λ = 0,8 W/(m·K), 20 m² Wandfläche) und plant eine Sanierung. Im Winter beträgt die Temperaturdifferenz 20 K. Er gibt A = 20 m², d = 0,24 m, λ = 0,8 W/(m·K) und ΔT = 20 K ein.

Der Rechner ergibt: U-Wert ≈ 2,13 W/(m²K) und Wärmestrom ≈ 851 W; auf eine Heizperiode von 180 Tagen hochgerechnet sind das ≈ 3.677 kWh ≈ 1.287 € (bei 0,35 €/kWh).

Mit 10 cm Außendämmung (λ = 0,032 W/(m·K)) sinkt der U-Wert auf ≈ 0,28 W/(m²K) und der Verlust fällt auf rund 481 kWh – eine Ersparnis von rund 1.120 € pro Jahr, die Klaus direkt als Argumentationsbasis für die Sanierungsentscheidung nutzt.

Zwei Kennzahlen machen den Effekt greifbar: Der Wärmestrom sinkt von rund 851 Watt auf etwa 111 Watt, der Jahresverlust von 3.677 auf rund 481 Kilowattstunden — ein Rückgang um knapp 87 Prozent.

Wie hoch die Euro-Ersparnis ausfällt, hängt stark vom eingetragenen Energiepreis ab: Mit dem Vorgabewert von 0,12 Euro je Kilowattstunde kostet der ungedämmte Verlust nur rund 441 Euro im Jahr, mit 0,35 Euro je Kilowattstunde dagegen rund 1.287 Euro.

Klaus rechnet deshalb bewusst mit seinem realen Arbeitspreis, bevor er die jährliche Ersparnis den Investitionskosten der Dämmung gegenüberstellt. Waermeleitung: Daemmung senkt U-Wert von 2,13 auf 0,28 und spart rund 1.120 Euro jaehrlich

Fallstricke

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Oft wird die Wärmeleitfähigkeit λ eines Materials direkt wie ein U-Wert gelesen, obwohl der Wärmedurchgangskoeffizient zusätzlich Schichtdicke und Übergangswiderstände einschließt und damit eine andere Größe ist. Ein zweiter Stolperstein ist die Schichtdicke: Wird d in Zentimetern statt in Metern eingegeben, fällt der U-Wert um den Faktor 100 daneben und der Wärmestrom Q̇ wird völlig unrealistisch.

Ebenso wird aus dem jährlichen Wärmeverlust vorschnell auf reale Heizkosten geschlossen, ohne Anlagenwirkungsgrad oder intermittierenden Betrieb zu beachten.

Ein vierter Fehler ist, nur die Wandmitte zu rechnen und Randzonen, Fensteranschlüsse, Wärmebrücken oder Feuchteverhalten komplett auszublenden.

Wer Fläche A, Dicke d und Temperaturdifferenz ΔT nicht gemeinsam betrachtet, verfehlt genau die Ursache, warum der Wärmeverlust eines Bauteils im Alltag so stark schwankt.

Ein fünfter, oft unterschätzter Fehler ist, das Einschichtmodell für einen mehrschichtigen Wandaufbau zu verwenden: Der Rechner betrachtet nur eine homogene Schicht samt Übergangswiderständen, während eine reale Wand aus Putz, Mauerwerk und Dämmung besteht.

Wer nur die dünne Dämmschicht einträgt, überschätzt die Dämmwirkung, wer nur das Mauerwerk einträgt, unterschätzt sie deutlich.

Nächster Schritt

Was ist das Fazit und wie geht es weiter?

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Wärmeleitung-Rechner verbindet Fläche A, Schichtdicke d, Wärmeleitfähigkeit λ und Temperaturdifferenz ΔT zu U-Wert, Wärmestrom Q̇ und jährlichem Wärmeverlust einer Bauteilschicht.

So wird sichtbar, wie stark Materialwahl, Dicke und Fläche die laufenden Energieverluste und die Heizkosten eines Bauteils prägen.

Damit eignet sich der Rechner für Sanierungsabschätzungen, den Vergleich gedämmter und ungedämmter Varianten sowie erste Energieabschätzungen ohne vollständiges Heizlastmodell.

Beachte, dass das Ergebnis auf einer homogenen Einschichtwand beruht: Für einen realen Fassadenaufbau solltest du im nächsten Schritt mehrere Schichten, Wärmebrücken und tatsächliche Betriebszeiten ergänzen, weil das Einschicht-Modell den Wärmeverlust komplexer Bauteile sonst zu optimistisch ausweist.

Eine Annahme steckt zudem im λ-Wert selbst: Er gilt für den trockenen Einbauzustand.

Durchfeuchtete Dämmung leitet Wärme erheblich besser, als ihr Datenblatt verspricht, denn Wasser transportiert Wärme mit rund 0,6 W/(m·K) gut zwanzigmal so gut wie die ruhende Luft in den Poren mit etwa 0,026 W/(m·K).

Ein konstruktiv trockener Aufbau ist damit keine Nebensache, sondern die Voraussetzung dafür, dass der berechnete U-Wert überhaupt eintritt.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · U-Wert 2,12766 W/m²K, Wärmestrom 1.021,276596 W, Jahreswärmeverlust 8.946,383 kWh, Jahreskosten 1.073,57 € und Klasse Schlecht

Ungedämmtes Mauerwerk als Vergleich

Fläche A
24 m²
Temperaturdifferenz
20 K
Schichtdicke
0,24 m
Wärmeleitfähigkeit
0,8 W/mK

Weitere 1 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 2 · Mittel · U-Wert 2,9412 W/m²K, Wärmestrom 3.529,44 W, Jahreswärmeverlust 15.247,2 kWh, Jahreskosten 1.829,66 € und Klasse Schlechte Dämmung – dringend sanieren

Schlecht gedämmtes Dach mit 60 m²

Bauteil
Dach
Fläche A
60 m²
Temperaturdifferenz
20 K
Schichtdicke
0,16 m

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 3 · Komplex · U-Wert 0,1934 W/m²K, Wärmestrom 290,1 W, Jahreswärmeverlust 1.253,2 kWh, Jahreskosten 150,38 € und Klasse Passivhaus-Niveau (<0,20)

Passivhaus-Bodenplatte mit 100 m²

Bauteil
Boden
Fläche A
100 m²
Temperaturdifferenz
15 K
Schichtdicke
0,20 m

Weitere 2 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

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Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Elektronik- und Physikrechner bilden Standardformeln und idealisierte Modelle ab. Für sicherheitskritische Schaltungen, Netzspannung, Bauteilauslegung oder Laboranwendungen bleiben Datenblätter, Normen und reale Messbedingungen maßgeblich.

Quelle: U-Wert aus dem Wärmedurchgangswiderstand: R = d/λ; R_ges = R_si + R + R_se; U = 1/R_ges; Wärmestrom Q̇ = U × A × ΔT.

Stand: 2026-09-12

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
12. September 2026
Fachbereich
Elektronik & Physik / Thermodynamik
Formeln basieren auf
R = d/λ; R_ges = R_si + R + R_se; U = 1/R_ges; Wärmestrom Q̇ = U × A × ΔT; Jahresverlust = Q̇ × 24 × 365 / 1000.
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Wärmeleitung-Rechner. Abgerufen von https://rechner-portal.de/elektronik-physik/thermodynamik/waermeleitung-rechner

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