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Wohnrecht berechnen: Kapitalwert nach BewG ermitteln

ImmobilienStand Noch keine Bewertung
Art des Wohnrechts
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Kurzantwort

Der Wohnrecht-Rechner ermittelt den Kapitalwert eines lebenslangen oder befristeten Wohnrechts nach dem Bewertungsgesetz (BewG). Der Kapitalwert ergibt sich aus dem Jahreswert des Wohnvorteils (Wohnfläche × ortsübliche Miete × 12) multipliziert mit dem Vervielfältiger aus der BMF-Tabelle. Der Kapitalwert mindert bei Schenkung oder Erbschaft die steuerliche Bemessungsgrundlage und bestimmt den wirtschaftlichen Wert des Grundbucheintrags (§ 1093 BGB).

Wohnrecht berechnen nach § 14 BewG: Kapitalwert aus Wohnfläche, ortsüblicher Miete

Kilian AchatzFachredaktion Immobilien
Geprüft: Review-Team Immobilien (Sept. 2026)Stand:

Rechenbasis

Annahmen und Grenzen

Was der Rechner voraussetzt und wo seine Aussage endet.

5 Annahmen und 3 Grenzen

Annahmen

  • Vervielfältiger nach § 14 Abs. 1 BewG aus der BMF-Tabelle nach Sterbetafel 2022/2024 (BMF-Schreiben 21.10.2025, gültig für Bewertungsstichtage ab 01.01.2026); befristete Vervielfältiger nach Anlage 9a BewG (Mittelwert aus vor- und nachschüssiger Zahlungsweise).
  • Zinssatz 5,5 % p.a. gemäß § 14 Abs. 1 BewG.
  • Jahreswert-Deckelung nach § 16 BewG: maximal 1/18,6 des Verkehrswerts.
  • Der Jahreswert des Wohnrechts ergibt sich aus Wohnfläche × ortsüblicher Kaltmiete × 12 × Gebäudeanteil.
  • Bei befristeten Wohnrechten darf der Vervielfältiger den lebenslangen nicht übersteigen (§ 13 Abs. 1 Satz 2 BewG).

Grenzen

  • Keine Berücksichtigung von Bewirtschaftungskosten — das Wohnrecht sichert dem Berechtigten die reine Nutzung, Bewirtschaftungskosten entfallen häufig auf den Eigentümer.
  • Das BMF veröffentlicht die Vervielfältiger-Tabelle inzwischen jährlich neu (zuletzt für Bewertungsstichtage ab 1.1.2025 und ab 1.1.2026) — eine Fassung für 2027 lag zum Stand dieser Seite noch nicht vor.
  • Die Berechnung berücksichtigt keine Kombinationen mit Nießbrauch oder sonstigen dinglichen Rechten.

Stand der Prüfung: Vervielfältiger nach BMF-Schreiben vom 21.10.2025, Sterbetafel 2022/2024, gültig für Bewertungsstichtage ab 01.01.2026.

Überblick

Wie wird der Kapitalwert eines Wohnrechts berechnet?

Starte mit der kurzen Einordnung, bevor du Eingaben und Ergebnis interpretierst.

Ein Wohnrecht nach § 1093 BGB ist eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit, die dem Berechtigten das Recht sichert, eine Immobilie oder Teile davon unter Ausschluss des Eigentümers zu bewohnen. Anders als beim Nießbrauch darf der Wohnberechtigte die Räume weder vermieten noch anderweitig wirtschaftlich nutzen — das Recht beschränkt sich auf die persönliche Eigennutzung.

Gerade bei der Übertragung von Immobilien innerhalb der Familie behält sich der bisherige Eigentümer häufig ein lebenslanges Wohnrecht vor, um die eigene Wohnsituation abzusichern, ohne auf das Eigentum angewiesen zu bleiben.

Der Kapitalwert dieses Wohnrechts ist steuerlich relevant, weil er die Bemessungsgrundlage bei Schenkung oder Erbschaft mindert (§ 10 Abs. 5 ErbStG).

Er ergibt sich aus dem Jahreswert des Wohnvorteils multipliziert mit dem Vervielfältiger nach dem Bewertungsgesetz.

Bei den Voreinstellungen — Frau, 65 Jahre, 80 m², 8 Euro Kaltmiete, 350.000 Euro Verkehrswert — ermittelt der Rechner nach der seit 01.01.2026 geltenden Tabelle einen Kapitalwert von 96.637 Euro.

Dieser Betrag reduziert den steuerpflichtigen Wert der Immobilie auf 253.363 Euro.

Die Höhe des Vervielfältigers hängt bei lebenslangen Wohnrechten vom Alter und Geschlecht des Berechtigten ab, bei befristeten Wohnrechten von der vereinbarten Laufzeit und dem gesetzlichen Zinssatz von 5,5 Prozent nach § 14 Abs. 1 BewG.

Eingaben

Wohnrecht Wert berechnen: Kapitalwert nach Alter, Miete und Verkehrswert einordnen

Hier siehst du, welche Werte erwartet werden und wie die Felder zusammenhängen.

Der Kapitalwert eines Wohnrechts bewegt sich je nach Konstellation zwischen wenigen Tausend und mehreren Hunderttausend Euro. Liegt er unter 30.000 Euro, ordnet der Rechner ihn als geringen Wohnrechtwert ein — typisch für ältere Berechtigte mit kleiner Wohnfläche oder niedriger ortsüblicher Miete.

Der Bereich von 30.000 bis 100.000 Euro gilt als mittlerer Wohnrechtwert und deckt den Großteil der Praxisfälle ab: Mit den Voreinstellungen erreicht der Kapitalwert 96.637 Euro bei einem Vervielfältiger von 12,583.

Ab 100.000 Euro stuft der Rechner den Wert als hoch ein und empfiehlt steuerliche Beratung, ab 250.000 Euro wird ausdrücklich ein Steuerberater oder Notar nahegelegt.

Der Vervielfältiger ist der zentrale Hebel: Er bündelt Restlebenserwartung und den gesetzlichen Zinssatz von 5,5 Prozent in einer einzigen Zahl aus der Tabelle, die das Bundesfinanzministerium nach § 14 Abs. 1 BewG jährlich bekannt gibt, und liegt bei Frauen systematisch höher als bei Männern, weil die Sterbetafel ihnen eine längere statistische Restlebenserwartung zuweist.

Bei Alter 65 beträgt er für Frauen 12,583 und für Männer 11,444 — die Differenz von 1,139 Punkten entspricht bei 7.680 Euro Jahreswert rund 8.747 Euro Unterschied im Kapitalwert.

Die Jahreswert-Deckelung nach § 16 BewG begrenzt den Jahreswert auf maximal 1/18,6 des Verkehrswerts und greift vor allem bei Immobilien mit überdurchschnittlicher Mietrendite im Verhältnis zum Verkehrswert.

Praxisfälle

Wofür du den Wohnrecht-Rechner brauchst: sieben typische Fälle

Jeder Fall nennt die Suchfrage, die passende Eingabe und das mit der Rechenfunktion dieses Rechners nachgerechnete Ergebnis nach der seit 01.01.2026 gültigen Vervielfältiger-Tabelle.

  1. Wohnrecht bei der Hausübergabe berechnen

    „Wie viel ist mein Wohnrecht wert, wenn ich das Haus an mein Kind übergebe?“

    Eingabe
    Modus lebenslang, 80 m², 8 €/m² Kaltmiete, 350.000 € Verkehrswert, 65 Jahre, weiblich
    Ergebnis
    Kapitalwert 96.637 €, Immobilienwert nach Abzug 253.363 € (27,6 % des Verkehrswerts)
  2. Wohnrecht ablösen und Auszahlungsbetrag ermitteln

    „Wie berechnet man die Auszahlung, wenn ein Wohnrecht abgelöst wird?“

    Eingabe
    Modus lebenslang, 95 m², 9 €/m², 420.000 € Verkehrswert, 70 Jahre, männlich
    Ergebnis
    Kapitalwert 101.964 € — Ausgangsgröße für die Ablösesumme
  3. Befristetes Wohnrecht statt lebenslangem Recht

    „Wohnrecht befristet berechnen — was bringt eine feste Laufzeit von 15 Jahren?“

    Eingabe
    Modus befristet, 75 m², 8,50 €/m², 320.000 € Verkehrswert, 55 Jahre, weiblich, Laufzeit 15 Jahre
    Ergebnis
    Vervielfältiger 10,314 (Anlage 9a) statt 14,873 lebenslang, Kapitalwert 78.902 € statt 113.778 €
  4. Teil-Wohnrecht bei gemeinsamer Nutzung

    „Wie wird ein Wohnrecht berechnet, wenn nur ein Anteil der Immobilie betroffen ist?“

    Eingabe
    Modus lebenslang, 90 m², 7 €/m², 300.000 € Verkehrswert, 78 Jahre, weiblich, Anteil 50 %
    Ergebnis
    Kapitalwert 31.264 € statt 62.529 € bei 100 % Anteil
  5. Wohnrecht und Schenkungsteuer bei der Hausübergabe

    „Wie wirkt sich ein Wohnrecht auf die Schenkungsteuer bei einer Immobilie im Wert von 500.000 Euro aus?“

    Eingabe
    Modus lebenslang, 85 m², 9,50 €/m², 500.000 € Verkehrswert, 68 Jahre, männlich
    Ergebnis
    Bemessungsgrundlage sinkt um 102.336 € auf 397.664 € — unter dem Kinderfreibetrag von 400.000 €
  6. Wohnrecht beim Umzug ins Pflegeheim

    „Was passiert mit dem Wohnrecht, wenn der Berechtigte ins Pflegeheim zieht?“

    Eingabe
    Modus lebenslang, 80 m², 8 €/m², 350.000 € Verkehrswert, 80 Jahre, weiblich
    Ergebnis
    Kapitalwert nur noch 57.523 € (16,4 % des Verkehrswerts) — das Recht selbst kann bei Auszug nicht vermietet oder verwertet werden
  7. Vervielfältiger von Mann und Frau im gleichen Alter vergleichen

    „Warum unterscheidet sich der Wohnrecht-Vervielfältiger zwischen Mann und Frau?“

    Eingabe
    Gleiche Eingaben (80 m², 8 €/m², 350.000 €, 65 Jahre), einmal weiblich, einmal männlich
    Ergebnis
    Kapitalwert 96.637 € (Frau, Vervielfältiger 12,583) gegenüber 87.890 € (Mann, Vervielfältiger 11,444) — Differenz 8.747 €

Berechnung

Wohnrecht berechnen Formel: Jahreswert, Vervielfältiger und § 16 BewG-Deckelung

Verstehe den Formelweg.

Der Kapitalwert eines Wohnrechts ergibt sich aus der Formel: Kapitalwert = Jahreswert × Vervielfältiger. Der Jahreswert berechnet sich als Wohnfläche × ortsübliche Kaltmiete × 12 Monate × Gebäudeanteil.

Bei den Voreinstellungen ergibt sich: 80 m² × 8 Euro × 12 × 1,0 = 7.680 Euro. Diesen Jahreswert begrenzt § 16 BewG auf maximal 1/18,6 des Verkehrswerts der Immobilie.

Bei 350.000 Euro Verkehrswert liegt die Deckelungsgrenze bei 18.817 Euro — sie greift nicht, weil der Jahreswert mit 7.680 Euro deutlich darunterliegt.

Erst bei Immobilien mit hoher Mietrendite im Verhältnis zum Verkehrswert wird der Jahreswert durch diese Regelung effektiv gekappt und begrenzt damit auch den Kapitalwert.

Der Vervielfältiger stammt bei lebenslangen Wohnrechten aus der BMF-Tabelle nach § 14 Abs. 1 BewG (die frühere Anlage 9 zum BewG ist weggefallen) und hängt von Alter und Geschlecht ab.

Er beinhaltet bereits den gesetzlichen Zinssatz von 5,5 Prozent (§ 14 Abs. 1 BewG) und die statistische Restlebenserwartung — seit 01.01.2026 nach der Sterbetafel 2022/2024 (BMF-Schreiben vom 21.10.2025), zuvor galt die Sterbetafel 2020/2022.

Für eine 65-jährige Frau beträgt er aktuell 12,583, woraus sich der Kapitalwert 7.680 × 12,583 = 96.637 Euro ergibt.

Bei befristeten Wohnrechten folgt der Vervielfältiger aus Anlage 9a zum BewG, dem Mittelwert aus vorschüssigem und nachschüssigem Rentenbarwert bei 5,5 Prozent (rund (1 − 1,055^−n) / 0,055 × 1,0275), und darf den lebenslangen Vervielfältiger nicht übersteigen (§ 13 Abs. 1 Satz 2 BewG) — dieser Barwertfaktor ändert sich durch die Sterbetafel-Aktualisierung nicht.

Für 10 Jahre Laufzeit ergibt sich ein befristeter Vervielfältiger von 7,745.

Nachschlagen

Vervielfältiger nach Alter und Geschlecht (BMF-Tabelle zu § 14 BewG, Stand 2026)

Die folgende Tabelle zeigt den Vervielfältiger und die statistische Restlebenserwartung für ausgewählte Altersstufen, getrennt nach Geschlecht. Der Vervielfältiger wird mit dem Jahreswert des Wohnrechts multipliziert, um den Kapitalwert nach § 14 BewG zu ermitteln. Der Jahreswert ergibt sich aus Wohnfläche × Kaltmiete pro m² × 12 Monate × Anteil, gedeckelt auf 1/18,6 des Verkehrswerts (§ 16 BewG). Zinssatz: 5,5 % p.a. Quelle: BMF-Schreiben vom 21.10.2025, GZ IV D 4 - S 3104/00002/013/003, Sterbetafel 2022/2024, gültig für Bewertungsstichtage ab 01.01.2026.

Vervielfältiger und Restlebenserwartung nach Alter und Geschlecht (BMF-Tabelle zu § 14 Abs. 1 BewG, Sterbetafel 2022/2024, ab 01.01.2026)
AlterVV FrauenVV MännerLE Frauen (Jahre)LE Männer (Jahre)
5015,71114,97734,3430,22
5514,87313,98329,7025,78
6013,83212,79825,1921,58
6512,58311,44420,9117,71
7011,1079,93816,8614,18
759,3938,28213,0510,94
807,4906,5099,578,00
855,5124,7436,535,47
903,7703,2344,213,55

Auszug aus der Vervielfältiger-Tabelle nach § 14 Abs. 1 Satz 4 BewG (101 Altersstufen, 0–100 Jahre; die frühere Anlage 9 zum BewG ist weggefallen). Vollständige Tabelle im BMF-Schreiben vom 21.10.2025. Der Vervielfältiger berücksichtigt den Zinssatz von 5,5 % p.a. (§ 14 Abs. 1 BewG) und die geschlechtsspezifische Sterbetafel 2022/2024 des Statistischen Bundesamts (veröffentlicht 22.07.2025). Diese Tabelle löst die Vorgängertabelle nach Sterbetafel 2020/2022 (BMF-Schreiben 01.12.2023) ab, die nur bis 31.12.2025 galt. Bei befristetem Wohnrecht gilt der Vervielfältiger nach Anlage 9a BewG (10 Jahre 7,745, 15 Jahre 10,314), der den lebenslangen Vervielfältiger nicht überschreiten darf (§ 13 Abs. 1 Satz 2 BewG). Der Jahreswert ist nach § 16 BewG auf maximal 1/18,6 des Verkehrswerts gedeckelt. Keine Steuerberatung — verbindliche Bewertung durch Steuerberater oder Notar.

Ausblick

Was ändert sich bei den Wohnrecht-Vervielfältigern 2027?

Was sich zum Jahres- oder Periodenwechsel ändert – mit Datumsstempel und Herkunft.

  • Für Bewertungsstichtage ab dem 1. Januar 2026 gelten die im BMF-Schreiben vom 21. Oktober 2025 veröffentlichten Vervielfältiger, die erstmals auf der neuen Allgemeinen Sterbetafel 2022/2024 des Statistischen Bundesamts (veröffentlicht 22. Juli 2025) beruhen — die Vorgängertabelle nach Sterbetafel 2020/2022 galt nur bis 31. Dezember 2025.
  • Die Vervielfältiger sind dadurch gegenüber der alten Tabelle leicht gestiegen, weil die statistische Lebenserwartung zugenommen hat: Für eine 65-jährige Frau stieg der Vervielfältiger von 12,580 auf 12,583, für einen 60-jährigen Mann von 12,760 auf 12,798 — der Effekt auf den Kapitalwert liegt meist im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
  • Das Bundesfinanzministerium veröffentlicht die Vervielfältiger-Tabelle inzwischen jährlich neu (zuletzt für Bewertungsstichtage ab 1.1.2025 und ab 1.1.2026). Eine Fassung für Bewertungsstichtage ab 1. Januar 2027 wird erfahrungsgemäß im Herbst 2026 erwartet, lag zum Stand dieser Seite (27.09.2026) aber noch nicht vor.

Stand: 27.09.2026 · Quelle: BMF-Schreiben vom 21.10.2025, GZ IV D 4 - S 3104/00002/013/003 (Vervielfältiger für Bewertungsstichtage ab 1.1.2026)

Expertenmodus

Häufige Fragen: Wohnrecht berechnen, ablösen und im Grundbuch eintragen

Spezielle Fragen geklärt. Tiefer verstehen.

Was ist ein Wohnrecht nach § 1093 BGB?

Ein Wohnrecht nach § 1093 BGB ist eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit, die dem Berechtigten erlaubt, ein Gebäude oder einzelne Räume unter Ausschluss des Eigentümers als Wohnung zu nutzen.

Anders als beim Nießbrauch darf der Wohnberechtigte die Immobilie nicht vermieten — das Recht ist auf die persönliche Eigennutzung beschränkt.

Es wird in Abteilung II des Grundbuchs eingetragen und ist weder übertragbar noch vererblich (§ 1092 Abs. 1 BGB); ein lebenslang bestelltes Wohnrecht endet mit dem Tod des Berechtigten.

In der Praxis vereinbaren Familien das Wohnrecht meist bei einer Immobilienübertragung: Die Eltern übertragen ihr Haus an ein Kind und behalten sich das Recht vor, weiterhin dort zu wohnen.

Steuerlich hat das Wohnrecht einen Kapitalwert, der nach §§ 14 und 16 BewG berechnet wird und die Bemessungsgrundlage für die Schenkungsteuer mindert.

Bei einer 65-jährigen Frau, 80 Quadratmeter Wohnfläche und 8 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter beträgt der Kapitalwert nach der seit 01.01.2026 geltenden Tabelle 96.637 Euro.

Wie wird der Kapitalwert eines Wohnrechts berechnet?

Der Kapitalwert ergibt sich aus dem Jahreswert der Nutzung multipliziert mit dem Vervielfältiger aus der Tabelle, die das Bundesfinanzministerium nach § 14 Abs. 1 BewG bekannt gibt (die frühere Anlage 9 zum BewG ist weggefallen).

Der Jahreswert ist die jährliche Kaltmiete, die für die bewohnte Fläche ortsüblich wäre — Wohnfläche in Quadratmetern mal Kaltmiete pro Quadratmeter mal 12 Monate.

Zusätzlich prüft das Finanzamt die Deckelung nach § 16 BewG: Der Jahreswert darf höchstens 1/18,6 des Verkehrswerts betragen.

Rechenbeispiel: Bei 80 Quadratmeter, 8 Euro Kaltmiete und 350.000 Euro Verkehrswert beträgt der Jahreswert 7.680 Euro (keine Deckelung, da die Obergrenze bei 18.817 Euro liegt).

Für eine 65-jährige Frau liegt der Vervielfältiger seit 01.01.2026 bei 12,583. Kapitalwert = 7.680 × 12,583 = 96.637 Euro.

Dieser Betrag wird vom Immobilienwert abgezogen und ergibt die steuerliche Bemessungsgrundlage: 350.000 − 96.637 = 253.363 Euro.

Bei einem befristeten Wohnrecht tritt an die Stelle des Vervielfältigers ein Barwertfaktor aus Anlage 9a zum BewG, der die vereinbarte Laufzeit statt der statistischen Restlebenserwartung abbildet, höchstens aber der lebenslange Vervielfältiger (§ 13 Abs. 1 Satz 2 BewG): Für 10 Jahre beträgt er 7,745, für 15 Jahre 10,314.

Welchen Vervielfältiger verwendet das Finanzamt seit 2026?

Für Bewertungsstichtage ab dem 1. Januar 2026 gilt eine neue Vervielfältiger-Tabelle, die das Bundesfinanzministerium am 21. Oktober 2025 veröffentlicht hat. Grundlage ist die am 22.

Juli 2025 veröffentlichte Allgemeine Sterbetafel 2022/2024 des Statistischen Bundesamts, weiterhin verzinst mit 5,5 Prozent nach § 14 Abs. 1 BewG. Die Vorgängertabelle nach Sterbetafel 2020/2022 (BMF-Schreiben vom 01.12.2023) galt nur bis 31.

Dezember 2025 und ist seither überholt.

Weil die statistische Lebenserwartung leicht gestiegen ist, fallen die neuen Vervielfältiger minimal höher aus: Für eine 65-jährige Frau stieg der Wert von 12,580 auf 12,583, für einen 60-jährigen Mann von 12,760 auf 12,798.

Der Vervielfältiger hängt weiterhin vom vollendeten Lebensjahr am Bewertungsstichtag und vom Geschlecht ab — Frauen erhalten bei gleichem Alter einen höheren Wert, weil ihre statistische Lebenserwartung länger ist.

Wer eine alte Tabelle aus dem Internet oder einem älteren PDF verwendet, rechnet mit einem falschen, seit Jahresbeginn 2026 nicht mehr gültigen Faktor.

Wann greift die Jahreswert-Deckelung nach § 16 BewG?

Die Deckelung greift, wenn der rechnerische Jahreswert mehr als 1/18,6 des Verkehrswerts der Immobilie beträgt. § 16 BewG soll verhindern, dass eine im Verhältnis zum Immobilienwert unangemessen hohe Miete den Kapitalwert künstlich aufbläht.

Die Prüfung erfolgt automatisch: Der Jahreswert (Wohnfläche × Kaltmiete × 12) wird mit der Obergrenze (Verkehrswert geteilt durch 18,6) verglichen — der niedrigere Betrag gilt.

Beispiel ohne Deckelung: Bei 80 Quadratmeter, 8 Euro Kaltmiete und 350.000 Euro Verkehrswert beträgt der Jahreswert 7.680 Euro, die Obergrenze liegt bei 18.817 Euro — keine Deckelung.

Beispiel mit Deckelung: Bei derselben Fläche, 20 Euro Kaltmiete und nur 150.000 Euro Verkehrswert beträgt der rechnerische Jahreswert 19.200 Euro, die Obergrenze jedoch nur 8.065 Euro. Der Jahreswert wird auf 8.065 Euro gekappt.

Für eine 65-jährige Frau (Vervielfältiger 12,583) ergibt sich dadurch ein Kapitalwert von 101.476 Euro statt 241.594 Euro ohne Deckelung. Die Deckelung trifft vor allem Objekte mit hoher Mietrendite im Verhältnis zum Verkehrswert.

Wie unterscheidet sich ein Wohnrecht vom Nießbrauch?

Ein Wohnrecht nach § 1093 BGB beschränkt sich auf die persönliche Nutzung der Wohnung — der Berechtigte darf ausschließlich selbst dort wohnen. Ein Nießbrauch nach §§ 1030 ff.

BGB geht weiter: Der Nießbraucher darf die Immobilie auch vermieten und sämtliche Erträge einbehalten. Der Unterschied wirkt sich dreifach aus.

Steuerlich basiert der Kapitalwert des Wohnrechts auf dem persönlichen Nutzungswert, während beim Nießbrauch die gesamte erzielbare Miete angesetzt wird, die höher ausfallen kann.

Zivilrechtlich ist das Wohnrecht höchstpersönlich und nicht übertragbar (§ 1092 BGB), während beim Nießbrauch die Ausübung einem Dritten überlassen werden kann (§ 1059 BGB).

In der Praxis verfällt ein Wohnrecht wertlos, sobald der Berechtigte in ein Pflegeheim zieht — eine Vermietung ist ausgeschlossen. Ein Nießbraucher kann die Wohnung dann vermieten und die Einnahmen zur Finanzierung der Pflegekosten nutzen.

Für die Nachfolgeplanung ist der Nießbrauch deshalb die flexiblere, das Wohnrecht die schlankere Lösung bei feststehender Eigennutzung.

Beide Rechte werden mit demselben Vervielfältiger aus der BMF-Tabelle nach § 14 Abs. 1 BewG bewertet, nur die Bemessungsgrundlage des Jahreswerts unterscheidet sich.

Wie wird ein Wohnrecht abgelöst oder ausgezahlt?

Wird ein Wohnrecht abgelöst, weil der Berechtigte auszieht oder der Eigentümer die Immobilie unbelastet verkaufen möchte, dient der Kapitalwert nach § 14 BewG als Ausgangsgröße für die Ablösesumme.

Er entspricht dem Betrag, den das Finanzamt auch für die Schenkung- oder Erbschaftsteuer ansetzt.

Beispiel: Ein 70-jähriger Mann verzichtet auf sein lebenslanges Wohnrecht an einer 95-Quadratmeter-Wohnung mit 9 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter und 420.000 Euro Verkehrswert.

Der Jahreswert beträgt 95 × 9 × 12 = 10.260 Euro, der Vervielfältiger für einen 70-jährigen Mann 9,938 — der Kapitalwert und damit die rechnerische Ablösesumme liegen bei 101.964 Euro.

In der Praxis wird dieser Betrag oft nachverhandelt, etwa wenn der Berechtigte gesundheitlich eingeschränkt ist und eine kürzere individuelle Lebenserwartung als die Sterbetafel unterstellt, oder wenn beide Seiten sich auf einen Abschlag für die sofortige Verfügbarkeit des Geldes einigen.

Rechtlich zwingend ist die Ablösung nicht: Ohne Zustimmung des Berechtigten kann ein eingetragenes Wohnrecht nicht einseitig gelöscht werden.

Wie wirkt sich das Wohnrecht auf die Schenkungsteuer aus?

Bei einer Schenkung mit Wohnrechtvorbehalt mindert der Kapitalwert des Wohnrechts die Bemessungsgrundlage für die Schenkungsteuer — das Finanzamt zieht ihn vom Immobilienwert ab, nur der Restbetrag wird besteuert.

Beispiel: Ein 68-jähriger Vater überträgt ein Haus im Wert von 500.000 Euro an sein Kind und behält sich ein lebenslanges Wohnrecht an 85 Quadratmetern mit 9,50 Euro Kaltmiete vor.

Der Kapitalwert beträgt 102.336 Euro, die Bemessungsgrundlage sinkt auf 397.664 Euro. Da der Freibetrag für Kinder bei 400.000 Euro liegt (§ 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG), fällt keine Schenkungsteuer an.

Ohne den Wohnrechtvorbehalt läge die Bemessungsgrundlage bei vollen 500.000 Euro — die 100.000 Euro oberhalb des Freibetrags wären in Steuerklasse I mit 11 Prozent zu versteuern (§ 19 ErbStG), also 11.000 Euro Schenkungsteuer.

Der Freibetrag erneuert sich alle zehn Jahre (§ 14 ErbStG), sodass eine frühzeitige Übertragung mit Wohnrecht langfristig Spielraum für weitere Vermögensverschiebungen schafft.

Muss ein Wohnrecht im Grundbuch eingetragen sein, damit es gilt?

Ein Wohnrecht bindet Dritte nur, wenn es als beschränkte persönliche Dienstbarkeit in Abteilung II des Grundbuchs eingetragen ist (§ 1093 i. V. m. § 1090 BGB).

Eine rein vertragliche Vereinbarung ohne Grundbucheintrag ist zwischen den Parteien zwar gültig, schützt den Berechtigten aber nicht, wenn die Immobilie verkauft, verschenkt oder zwangsversteigert wird — der neue Eigentümer muss das Recht dann nicht respektieren.

Die Eintragung erfordert zwingend eine notarielle Beurkundung (§ 873, § 925 BGB); ein privatschriftlicher Vertrag reicht für die dingliche Wirkung nicht aus, ein Notar ist also nicht optional.

Die Gebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG, Anlage 2, Tabelle B) und bemessen sich am Kapitalwert als Gegenstandswert.

Bei einem Kapitalwert von 96.637 Euro (Frau 65, 80 Quadratmeter, 8 Euro Kaltmiete) liegt der Gegenstandswert in der Gebührenstufe bis 110.000 Euro mit einer vollen Gebühr (1,0) von 273 Euro; die notarielle Beurkundung der Bestellung mit der 2,0-Gebühr kostet dann rund 546 Euro, die Grundbucheintragung mit der 1,0-Gebühr weitere 273 Euro — zusammen etwa 819 Euro zuzüglich Auslagen und Umsatzsteuer auf die Notargebühren.

Wie stark mindert ein Wohnrecht den Verkehrswert einer Immobilie?

Wie stark der Verkehrswert sinkt, zeigt der Rechner als Wohnrecht-Anteil am Immobilienwert — das Verhältnis von Kapitalwert zu Verkehrswert in Prozent.

Bei den Standardwerten (Frau 65, 80 Quadratmeter, 8 Euro Kaltmiete, 350.000 Euro Verkehrswert) beträgt der Kapitalwert 96.637 Euro, das sind 27,6 Prozent des Verkehrswerts.

Der Immobilienwert nach Abzug des Wohnrechts liegt entsprechend bei 253.363 Euro.

Die Minderung fällt umso stärker aus, je jünger der Berechtigte ist und je höher die ortsübliche Miete im Verhältnis zum Verkehrswert liegt: Bei einer 40-jährigen Frau mit denselben Eingaben steigt der Kapitalwert auf 129.815 Euro (37,1 Prozent des Verkehrswerts), bei einer 80-jährigen Frau sinkt er auf 57.523 Euro (16,4 Prozent).

Für Käufer einer bereits mit Wohnrecht belasteten Immobilie ist dieser Prozentsatz die relevante Größe, um einen realistischen Kaufpreisabschlag zu verhandeln — die Bank finanziert in der Regel nur den um das Wohnrecht geminderten Beleihungswert.

Wer trägt die Kosten für Instandhaltung, Grundsteuer und Notar beim Wohnrecht?

Das Gesetz regelt die Kostentragung beim Wohnrecht nicht abschließend einheitlich, in der Praxis hat sich aber eine klare Aufteilung etabliert. Gewöhnliche Erhaltungskosten wie kleinere Reparaturen trägt nach § 1093 Abs. 1 i.

V. m. § 1041 BGB der Wohnberechtigte, weil er die Sache wie ein Nutzniesser zu erhalten hat.

Größere Instandsetzungen, die Grundsteuer und die Gebäudeversicherung bleiben dagegen Sache des Eigentümers, da dieser weiterhin der wirtschaftlich Berechtigte der Substanz ist — abweichende Regelungen im Wohnrechtsvertrag sind aber zulässig und in der Praxis üblich, etwa wenn der Berechtigte im Gegenzug ein günstigeres Wohnrecht erhält.

Die Kosten für die notarielle Bestellung und Grundbucheintragung trägt in der Regel derjenige, der vom Wohnrecht profitiert, meist also der Berechtigte oder im Rahmen einer Hausübergabe die übernehmende Partei nach Absprache.

Bei einem Kapitalwert von 96.637 Euro liegen Notar- und Grundbuchkosten nach GNotKG-Tabelle B zusammen bei rund 819 Euro zuzüglich Auslagen und Umsatzsteuer auf die Notargebühren.

Hinweise

Wohnrecht eintragen: Grundbuch, Mietspiegel und befristete Vereinbarung

Schnelle Qualitätsprüfung für dein Ergebnis.

Das Wohnrecht muss als beschränkte persönliche Dienstbarkeit im Grundbuch eingetragen sein (§ 1093 BGB), damit es Dritten gegenüber wirksam wird — eine bloße vertragliche Vereinbarung ohne Grundbucheintrag bietet keinen Schutz gegen Eigentumsübergang oder Zwangsversteigerung. Kläre vor der Eintragung, ob das Wohnrecht lebenslang oder befristet gelten soll, denn beide Varianten führen zu unterschiedlichen Vervielfältigern und damit zu verschiedenen Kapitalwerten.

Für die Ermittlung des Jahreswerts nutze den aktuellen Mietspiegel der Gemeinde oder ein Sachverständigengutachten zur ortsüblichen Vergleichsmiete.

Der Mietspiegel liefert die belastbarste Grundlage, weil das Finanzamt ihn in der Regel als Nachweis akzeptiert.

Bei der steuerlichen Absetzbarkeit ist zu beachten, dass der Kapitalwert eines Wohnrechts die Bemessungsgrundlage bei Schenkung nach § 10 Abs. 5 ErbStG mindert — je jünger der Berechtigte am Bewertungsstichtag, desto höher der Vervielfältiger und desto stärker die steuerliche Entlastung.

Vergleiche bei der Entscheidung auch den Unterschied zwischen lebenslangem und befristetem Wohnrecht: Ein befristetes Wohnrecht mit 10 Jahren Laufzeit hat einen Vervielfältiger von 7,745 (Anlage 9a, 5,5 Prozent), der aber den lebenslangen Vervielfältiger nicht übersteigen darf (§ 13 Abs. 1 Satz 2 BewG).

Bei einer 72-jährigen Frau mit lebenslangem Vervielfältiger 10,447 wäre das befristete Wohnrecht mit dem niedrigeren Vervielfältiger von 7,745 günstiger für den Erwerber, weil der abzuziehende Kapitalwert geringer ausfällt.

Wer ein bestehendes Wohnrecht ablösen möchte, verhandelt in der Praxis über genau diesen Kapitalwert als Ausgangsgröße für die Auszahlung.

Anwendung

Praxisbeispiel: Wohnrecht bei der Hausübergabe berechnen

So wird das Ergebnis in einer realen Entscheidung nutzbar.

Eine 72-jährige Mutter überträgt ihr Einfamilienhaus im Wert von 280.000 Euro an ihren Sohn und behält sich ein lebenslanges Wohnrecht an der 60 m² großen Erdgeschosswohnung vor.

Die ortsübliche Kaltmiete beträgt laut Mietspiegel 7,50 Euro pro Quadratmeter. Eingaben im Rechner: Modus lebenslang, Wohnfläche 60 m², Kaltmiete 7,50 Euro, Verkehrswert 280.000 Euro, Alter 72, Geschlecht weiblich, Anteil 100 Prozent.

Ergebnis: Der Jahreswert berechnet sich als 60 × 7,50 × 12 = 5.400 Euro. Die Deckelungsgrenze nach § 16 BewG liegt bei 280.000 / 18,6 = 15.054 Euro — sie greift nicht, da 5.400 Euro deutlich darunterliegen.

Der Vervielfältiger für eine 72-jährige Frau beträgt nach der seit 01.01.2026 gültigen BMF-Tabelle zu § 14 Abs. 1 BewG 10,447, die statistische Restlebenserwartung 15,3 Jahre. Der Kapitalwert ergibt sich als 5.400 × 10,447 = 56.414 Euro.

Der Immobilienwert nach Abzug beträgt 223.586 Euro, das Wohnrecht macht 20,1 Prozent des Verkehrswerts aus. Für die Schenkungsteuer bedeutet das: Die Bemessungsgrundlage sinkt von 280.000 Euro um den Kapitalwert von 56.414 Euro auf 223.586 Euro.

Abzüglich des Freibetrags von 400.000 Euro für Kinder (§ 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG) fällt keine Schenkungsteuer an.

Bei höherwertigen Immobilien kann genau dieser Abzug die entscheidende steuerliche Entlastung bewirken und eine Schenkung unter den Freibetrag drücken.

Die Werte sind eine Modellrechnung und keine steuerliche Gestaltungsempfehlung; für die konkrete Übertragung ist ein Steuerberater oder Notar hinzuzuziehen.

Fallstricke

Typische Fehler bei der Wohnrecht-Berechnung

Typische Anfängerfehler. Sicherer anwenden.

Die häufigste Fehlannahme ist, Wohnrecht und Nießbrauch als gleichwertig zu behandeln. Ein Nießbrauch berechtigt zusätzlich zur Vermietung und Fruchtziehung, sein Kapitalwert liegt deshalb bei Mietobjekten regelmäßig über dem eines reinen Wohnrechts.

Wer den falschen Rechnertyp wählt, über- oder unterschätzt den steuerlich relevanten Kapitalwert systematisch. Zweitens wird die ortsübliche Kaltmiete mit der tatsächlich gezahlten Miete oder sogar der Warmmiete verwechselt.

Der Jahreswert basiert auf der Kaltmiete laut Mietspiegel, nicht auf dem individuellen Mietvertrag oder inklusive Betriebskosten.

Bereits ein Euro Unterschied pro Quadratmeter verschiebt bei 80 m² den Jahreswert um 960 Euro und den Kapitalwert bei Vervielfältiger 12,583 um rund 12.080 Euro.

Drittens bleibt die Jahreswert-Deckelung nach § 16 BewG unbeachtet: Der Jahreswert darf 1/18,6 des Verkehrswerts nicht übersteigen.

Bei einer Immobilie mit 150.000 Euro Verkehrswert und einer rechnerischen Jahresmiete von 12.000 Euro wird der Jahreswert auf 8.065 Euro gekappt — ohne diesen Mechanismus zu kennen, fällt die eigene Berechnung zu hoch aus.

Viertens verwechseln Betroffene das Alter am Bewertungsstichtag mit dem Geburtsjahr: Die Vervielfältiger-Tabelle des BMF ist in ganzen vollendeten Lebensjahren gestuft, weshalb bereits wenige Wochen den Vervielfältiger und damit den Kapitalwert verändern können.

Fünftens wird oft mit einer veralteten Vervielfältiger-Tabelle gerechnet: Seit 01.01.2026 gilt die Sterbetafel 2022/2024 (BMF-Schreiben 21.10.2025) — wer noch mit den Werten der Vorgängertabelle (Sterbetafel 2020/2022) rechnet, ermittelt einen leicht zu niedrigen Kapitalwert.

Nächster Schritt

Wohnrecht-Rechner: Rechtsgrundlage, Vervielfältiger-Update 2026 und Grenzen

Die Kernaussage für die direkte Weiterentscheidung.

Der Wohnrecht-Rechner basiert auf dem Bewertungsgesetz (BewG) und verwendet seit 01.01.2026 die Vervielfältiger aus dem BMF-Schreiben vom 21.10.2025 (GZ IV D 4 - S 3104/00002/013/003), die auf der Allgemeinen Sterbetafel 2022/2024 des Statistischen Bundesamts beruhen.

Die Vorgängertabelle nach Sterbetafel 2020/2022 (BMF-Schreiben 01.12.2023) galt nur bis 31.12.2025. Der gesetzliche Zinssatz beträgt unverändert 5,5 Prozent (§ 14 Abs. 1 BewG), die Jahreswert-Deckelung folgt § 16 BewG mit dem Divisor 18,6.

Bei lebenslangen Wohnrechten bestimmt die BMF-Tabelle den Vervielfältiger nach Alter und Geschlecht, bei befristeten Wohnrechten liefert Anlage 9a den Barwertfaktor bei 5,5 Prozent Zinssatz.

Das Modell bildet ausschließlich das reine Wohnrecht nach § 1093 BGB ab und berücksichtigt keine Bewirtschaftungskosten, keinen Nießbrauch und keine Kombination mit anderen dinglichen Rechten.

Bei der Eigennutzung fallen Bewirtschaftungskosten in der Regel nicht an, weshalb der Rechner sie nicht als Eingabefeld vorsieht — bei einer Vermietung durch den Berechtigten liegt rechtlich kein Wohnrecht, sondern ein Nießbrauch vor.

Das BMF veröffentlicht die Vervielfältiger-Tabelle inzwischen jährlich neu; das jeweils aktuelle BMF-Schreiben ist maßgeblich. Sämtliche Ergebnisse sind Orientierungswerte ohne Gewähr und ersetzen keine steuerliche oder notarielle Beratung.

Für die Bewertung des zugrunde liegenden Immobilienwerts eignet sich der Immobilienbewertung-Rechner, für den verwandten Nießbrauch-Rechner gelten abweichende Eingaben.

Vertiefung

Welche typischen Beispiele zeigen die Berechnung?

Step-by-Step Walkthroughs. Realistische Szenarien.

Beispiel 1 · Einfach · Kapitalwert des Wohnrechts: 136.871 €; Jahreswert: 12.960 €; Vervielfältiger: 10,561; Immobilienwert nach Abzug: 343.129 €; Wohnrecht-Anteil: 28,5 %; Restlebenserwartung: 15,56 Jahre

Ehepaar, Mann 68, Einfamilienhaus mit lebenslangem Wohnrecht

Art des Wohnrechts
Lebenslang
Wohnfläche
120 m²
Ortsübliche Kaltmiete
9,00 €/m²
Verkehrswert der Immobilie
480.000 €

Weitere 3 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 2 · Mittel · Kapitalwert des Wohnrechts: 78.902 €; Jahreswert: 7.650 €; Vervielfältiger: 10,314; Immobilienwert nach Abzug: 241.098 €; Wohnrecht-Anteil: 24,7 %; Restlebenserwartung: 29,7 Jahre

Befristetes Wohnrecht 15 Jahre, Frau 55

Art des Wohnrechts
Befristet
Wohnfläche
75 m²
Ortsübliche Kaltmiete
8,50 €/m²
Verkehrswert der Immobilie
320.000 €

Weitere 4 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 3 · Komplex · Kapitalwert des Wohnrechts: 31.264 €; Jahreswert: 3.780 €; Vervielfältiger: 8,271; Immobilienwert nach Abzug: 268.736 €; Wohnrecht-Anteil: 10,4 %; Restlebenserwartung: 10,92 Jahre

Teil-Wohnrecht 50 %, Mutter 78

Art des Wohnrechts
Lebenslang
Wohnfläche
90 m²
Ortsübliche Kaltmiete
7,00 €/m²
Verkehrswert der Immobilie
300.000 €

Weitere 3 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 4 · Komplex · Kapitalwert des Wohnrechts: 101.964 €; Jahreswert: 10.260 €; Vervielfältiger: 9,938; Immobilienwert nach Abzug: 318.036 €; Wohnrecht-Anteil: 24,3 %; Restlebenserwartung: 14,18 Jahre

Wohnrecht ablösen — Auszahlungsbetrag für den Berechtigten

Art des Wohnrechts
Lebenslang
Wohnfläche
95 m²
Ortsübliche Kaltmiete
9,00 €/m²
Verkehrswert der Immobilie
420.000 €

Weitere 3 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Beispiel 5 · Komplex · Kapitalwert des Wohnrechts: 102.336 €; Jahreswert: 9.690 €; Vervielfältiger: 10,561; Immobilienwert nach Abzug: 397.664 €; Wohnrecht-Anteil: 20,5 %; Restlebenserwartung: 15,56 Jahre

Hausübergabe mit Wohnrecht — Auswirkung auf die Schenkungsteuer

Art des Wohnrechts
Lebenslang
Wohnfläche
85 m²
Ortsübliche Kaltmiete
9,50 €/m²
Verkehrswert der Immobilie
500.000 €

Weitere 3 Eingabewerte sind in dieser Beispielrechnung enthalten.

Weiterführende Rechner und Themen

Alle Anschlussrechner und Vertiefungen in einem klaren Modul, damit du direkt zur nächsten sinnvollen Berechnung springen kannst.

Erbschaftssteuer-RechnerErbschaftsteuer berechnen: Freibetrag nach Verwandtschaftsgrad und Erbschaftsteuer nach §19 ErbStG für 2026 ermitteln.Grunderwerbsteuer-RechnerGrunderwerbsteuer 2026 nach Bundesland berechnen: Steuersatz 3,5–6,5 %, Zubehör-Abzug und Bemessungsgrundlage sofort ermitteln – kostenlos, ohne Anmeldung.Spekulationssteuer-RechnerSpekulationssteuer auf Immobilienverkauf berechnen: Gewinn, Werbungskosten und Steuerlast nach § 23 EStG ermitteln – mit Eigennutzungs-Ausnahme.BaufinanzierungDarlehenssumme, monatliche Rate, Restschuld nach Zinsbindung und Eigenkapitalquote berechnenEigenkapitalBenötigtes Eigenkapital, fehlender Betrag und Zeit bis zum Kaufziel berechnenMiteigentumsanteil-RechnerMiteigentumsanteil berechnen: Wohnfläche und Gesamtfläche eingeben, MEA als Bruch (x/1.000, x/10.000) und in Prozent erhalten – auch rückwärts in Quadratmeter.Wohngebäudeversicherung-RechnerWohngebäudeversicherung berechnen: Wert 1914 aus der Wohnfläche schätzen oder aus der Police übernehmen, Versicherungssumme 2026 und 2027 sowie Jahresbeitrag mit Versicherungsteuer und Indexanpassung ermitteln.Erschließungskosten-RechnerErschließungskosten fürs Grundstück berechnen: Fläche, Vollgeschosse, Eckgrundstück und Beitragssatz nach §§ 127 bis 135 BauGB – kostenlos, sofort.Vermessungskosten-RechnerVermessungskosten nach dem Landestarif berechnen: Grenzvermessung, Grundstücksteilung mit Notar und Grundbuch, Gebäudeeinmessung für NRW, Bayern und Brandenburg.Maklercourtage-RechnerBerechnet die Maklercourtage für Käufer und Verkäufer je nach Bundesland, Immobilientyp und Vereinbarung – inklusive Aufteilung, Anteil an Kaufnebenkosten und steuerlicher Einordnung.GRZ und GFZ RechnerGRZ (Grundflächenzahl) und GFZ (Geschossflächenzahl) aus Grundstücks- und Gebäudefläche berechnen – mit Vergleich zu BauNVO-Richtwerten.Mietkauf-RechnerMietkauf-Rechner: Monatliche Rate, angerechneten Betrag und Gesamtkosten beim Mietkauf einer Immobilie berechnen und mit klassischem Kauf vergleichen.Quadratmeterpreis-RechnerKaufpreis pro Quadratmeter berechnen: Kaufpreis und Wohnfläche eingeben, Preis/m² sofort ablesen und mit regionalen Marktrichtwerten einordnen.Ehepartner auszahlen Haus RechnerAuszahlungsbetrag berechnen, wenn ein Ehepartner den anderen bei der gemeinsamen Immobilie auszahlt — z. B. bei Scheidung oder Trennung.Wie viel Haus kann ich mir leistenMaximalen Kaufpreis aus Einkommen, Eigenkapital, Zinssatz und Laufzeit berechnen — sofort wissen, welches Budget realistisch ist.

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  • Kapitalwert-Berechnung eines Wohnrechts: 80 m² Wohnfläche mal 8 Euro Kaltmiete mal 12 Monate ergibt 7.680 Euro Jahreswert, gedeckelt durch Verkehrswert 350.000 Euro geteilt durch 18,6. Der Vervielfältiger 12,583 (Frau, 65 Jahre, BMF-Tabelle ab 1. Januar 2026) ergibt einen Kapitalwert von 96.637 Euro.

    Wohnrecht-Kapitalwert – Berechnung nach § 14 BewG

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           alt="Kapitalwert-Berechnung eines Wohnrechts: 80 m² Wohnfläche mal 8 Euro Kaltmiete mal 12 Monate ergibt 7.680 Euro Jahreswert, gedeckelt durch Verkehrswert 350.000 Euro geteilt durch 18,6. Der Vervielfältiger 12,583 (Frau, 65 Jahre, BMF-Tabelle ab 1. Januar 2026) ergibt einen Kapitalwert von 96.637 Euro."
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  • Vervielfältiger für lebenslange Nutzungen nach § 14 Abs. 1 BewG (BMF-Tabelle ab 1. Januar 2026): Eine 50-jährige Frau hat den Faktor 15,711, ein 50-jähriger Mann 14,977, eine 65-jährige Frau 12,583, ein 65-jähriger Mann 11,444; mit 90 Jahren sind es 3,770 und 3,234. Der Faktor sinkt mit steigendem Alter und ist für Frauen wegen höherer Lebenserwartung höher.

    Vervielfältiger nach Alter – BMF-Tabelle zu § 14 BewG

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  • Vergleich Wohnrecht und Nießbrauch: Beim Wohnrecht (§ 1093 BGB) darf der Berechtigte nur selbst wohnen, beim Nießbrauch (§ 1030 BGB) auch vermieten. Beide nutzen denselben Vervielfältiger nach § 14 BewG, aber der Jahreswert beim Nießbrauch kann höher ausfallen, weil der volle Mietertrag zählt.

    Wohnrecht vs. Nießbrauch – Unterschiede im Überblick

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    <p>Quelle: <a href="https://rechner-portal.de/immobilien/kaufen/wohnrecht-berechnen">Wohnrecht vs. Nießbrauch – Unterschiede im Überblick auf Rechner-Portal</a></p>

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    Quelle: Rechner-Portal (rechner-portal.de) — https://rechner-portal.de/immobilien/kaufen/wohnrecht-berechnen

Quellen, Transparenz und Haftung

Haftungsausschluss

Die Ergebnisse dieses Rechners sind Orientierungswerte und ersetzen keine professionelle Beratung. Für verbindliche Entscheidungen – insbesondere in finanziellen, gesundheitlichen oder rechtlichen Angelegenheiten – empfehlen wir die Einholung fachkundiger Beratung. Aktuelle Vertrags-, Produkt- und Regulierungsdaten können von den Rechenwerten abweichen.

Rechnerspezifische Grenzen: Der Rechner liefert eine Orientierung nach dem Bewertungsgesetz (BewG). Die Vervielfältiger stammen aus dem BMF-Schreiben vom 21.10.2025 (Sterbetafel 2022/2024, gültig für Bewertungsstichtage ab 01.01.2026). Für verbindliche Bewertungen bei Schenkung, Erbschaft oder Grundbucheintragung ist ein Steuerberater oder Notar hinzuzuziehen.

Quelle: § 13, § 14, § 16 BewG, BewG Anlage 9a, BMF-Schreiben vom 21.10.2025 (GZ IV D 4 - S 3104/00002/013/003), Sterbetafel 2022/2024 des Statistischen Bundesamts, § 1093 BGB

Stand: 2026-09-27

Externe Fachquellen
Qualitätsnachweise
Verantwortlich
Kilian Achatz
Herausgeber
Rechner-Portal
Letzte fachliche Prüfung
27. September 2026
Fachbereich
Immobilien / Kaufen & Finanzieren
Formeln basieren auf
§ 14 Abs. 1 BewG mit BMF-Vervielfältigern (lebenslang), § 13 Abs. 1 BewG mit Anlage 9a (befristet, 5,5 % p.a.), § 16 BewG (Jahreswert-Deckelung)
Zitation & Richtlinien

APA-Format

Rechner-Portal (2026). Wohnrecht berechnen. Abgerufen von https://rechner-portal.de/immobilien/kaufen/wohnrecht-berechnen

Harvard-Format

Rechner-Portal, 2026. Wohnrecht berechnen. Available at: https://rechner-portal.de/immobilien/kaufen/wohnrecht-berechnen

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